Henrys Geschichte
Ich weiß nicht genau, wann mein Leben begonnen hat – nur, dass ich von Anfang an allein war. Die Straßen von Galati waren mein Zuhause, aber ein Zuhause hat sich das nie wirklich angefühlt. Jeden Tag musste ich aufs Neue schauen, ob ich etwas zu fressen finde und wo ich mich hinlegen kann, ohne Angst haben zu müssen.
Ich habe gelernt, vorsichtig zu sein. Viele Menschen sind einfach an mir vorbeigegangen, als wäre ich unsichtbar. Manche haben geschimpft, andere wollten mich vertreiben. Manchmal hatte ich große Angst. Und trotzdem… habe ich nie aufgehört, an die Menschen zu glauben.
Denn tief in mir weiß ich: Ich gehöre zu euch.
Ich bin ein Hund, der Nähe sucht. Ich liebe es, wenn jemand freundlich mit mir spricht, wenn eine Hand mich streichelt. Dann vergesse ich für einen Moment all die Unsicherheit. Dann fühle ich mich so, als könnte alles gut werden.
Ich wünsche mir nicht viel. Einen Platz, an dem ich bleiben darf. Menschen, die mich sehen – wirklich sehen. Die mir zeigen, dass ich endlich ankommen darf.
Ich bin lieb, freundlich und so sehr bereit, mein Herz zu verschenken. Alles, was mir fehlt, ist jemand, der es annimmt.
Vielleicht bist genau du mein Wunder. ❣