Handicap, na und?

Liebe Tierfreunde,

in dieser Rubrik möchten sich unsere Fellchen mit Handicap vorstellen und ihre Geschichte erzählen. Sie finden hier Hunde und Katzen, Zuhause gesucht und Zuhause gefunden, Behinderungen jeglicher Art. Wir möchten auch diesen Fellchen die Chance geben, zu zeigen, dass es unter dem Strich keinen großen Unterschied macht, ob man mit drei oder vier Beinen Liebe verschenkt oder man nicht sieht, wer einem das Leben gerettet hat.

Lassen sie sich inspirieren von den Erlebnissen dieser Fellchen und vielleicht vergessen sie ihre Berührungsängste. Es wird sich lohnen, ganz sicher!

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Sansa (geb. 16.03.2016, 58cm) - Zuhause gesucht

Hallo, mein Name ist Sansa und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

Ich war mein Leben lang ein Hofhund, der seine Arbeit brav erledigt hat, damit mein Mensch, der mich füttert, auch stolz auf mich ist. Eines Tages habe ich mir das Bein bei der Arbeit verletzt. Mein Mensch hat aber gesagt, dass wäre nicht so schlimm und hat nichts unternommen. Und so vergingen die Tage und ich habe tapfer weiter meine Arbeit gemacht, bis zu dem Zeitpunkt, wo ich vor lauter Schmerzen meine Arbeit nicht mehr machen konnte, da mein Bein so unglaublich weh tat und sogar schon zu faulen anfing. Als mein Mensch das realisierte, hat er mich ins Auto und ich dachte, danke, dass Du mir hilfst. Zu meinem Entsetzen tat er dies aber nicht, sondern hat mich irgendwo aus dem Auto geworfen und ist verschwunden. Mein Mensch, dem ich so lange gedient habe, hat mich im Stich gelassen.

Ich dachte, jetzt ist es vorbei. Aber so eigenartig sich das anhört, aus meiner Leidensgeschichte wurde ab diesem Zeitpunkt eine Geschichte mir Herz. Denn ein guter Mensch hat den Vorgang beobachtet und gleich Tierschützer gerufen, die dann auch sofort gekommen sind, nur für mich! Man hat mich vorsichtig wieder in ein Auto gepackt und mit fliegenden Fahnen in die Tierklinik gebracht. Dort hat man festgestellt, dass es leider viel zu spät war, um mein Bein noch zu retten.

Aber hey, letzen Endes egal, ich habe es geschafft. Nun wohne ich im Tierheim, mit vielen Freunden; vielen mit Geschichten wie meiner. Wir haben alle ein Dach über den Kopf, jeden Tag etwas zu essen und Menschen, die sogar Zeit haben mit uns ab und an zu schmusen und zu spielen.

Und obwohl das jetzt schon mehr ist, als ich bisher hatte, wünsche ich mir nichts mehr, als einen guten Menschen für mich ganz alleine. Dem ich zeigen kann, wie gerne ich Dinge lerne, wie verschmust ich wirklich bin, wie anständig ich mit anderen Hunden umgehe und wie viel Spaß man selbst mit nur drei Beinen haben kann. Jemande, der Verständnis hat, dass manchmal alles etwas langsamer geht oder dass ich schon noch das eine oder andere lernen muss. Diesen Jemand würde ich all meine Liebe, Zuneigung, Freude und Treue schenken.

Danke, dass ihr euch kurz die Zeit genommen habt, meine Geschichte zu lesen und vielleicht, ja vielleicht habe ich so die Chance, mein Für-immer-Körbchen zu finden!

Eure Sansa

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Betty (ehem. Bakari) - Zuhause gefunden

Hallo, mein Name ist Betty (ehem. Bakari) und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

ja, was soll ich sagen, mein Start ins Leben war wahrlich nichts für schwache Gemüter. Als wäre es nicht schon ausreichend gewesen, auf der Straße irgendwo in Rumänien auf die Welt zu kommen, nein, für mich hatte das Schicksal noch viel größere Hürden geplant. Mit gerade mal ein wenig über 2 Monaten habe ich mich verlaufen, war verängstigt auf der Suche nach meiner Mama und Futter. Ich kannte und konnte ja noch nichts alleine. Deshalb wußte ich auch nicht, daß Bahntrassen gefährlich sind. Und so kam, was kommen musste, ich wurde vom Zug erfasst.

Eine ganze Nacht lang lag ich da und weinte, weil mir meine vorderen Beine so weh taten. Am nächsten Tag fand mich eine Tierschützerin und hat mich sofort in eine Klinik gebracht. Dort wurde ich sofort not operiert, aber es sah wirklich finster aus. Den mein eines Beinchen konnte nicht mehr gerettet werden und wurde abgenommen, das andere war gebrochen. Diese lieben Menschen um mich herum, die mir so sehr geholfen haben, dachten, ich verstehe sie nicht, wenn sie hinter vorgehaltener Hand geflüstert haben, dass man sich nicht sicher ist, ob ich es schaffe und selbst wenn, die Chancen gegen null gehen, dass ich ein Zuhause finde. Wer will den schon einen Hund im Rollstuhl! Deshalb habe ich jede Nacht, wenn ich ganz ruhig in meinem Körbchen gelegen war, mir ganz leise gesagt: ich schaff das! Ich finde jemanden, der mich lieb hat! Ich schaff das!

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Und jetzt, schaut mich an. Nur 4 Monate später hat sich mein Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Den ich habe nicht locker gelassen und gekämpft. Deshalb ist mein verbliebenes Vorderbein auch optimal verheilt! Und um das Ganze noch rund zu machen, habe ich tatsächlich eine Familie gefunden, die mich ohne wenn und aber adoptiert und lieb hat! Eine richtige Familie mit Frauchen, Herrchen und einem großen Bruder, ganz für mich alleine. Was soll ich sagen, ganz egal, wie viel das Schicksal für uns geplant hat, es ist nie mehr, als man schaffen kann. Das weiß ich nun und bin dankbar für all die Menschen, denen ich es verdanke, nun da zu sein, wo ich bin!

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Henry (1 Jahr) - Zuhause gesucht

Hallo, mein Name ist Henry und ich möchte euch hier meine Geschichte erzählen:

Ich hab keine Ahnung, wo genau ich geboren wurde. Vermutlich aber auf der Straße, da ich ehrlich gesagt, nichts anderes kenne. Auch weiß ich überhaupt nicht, wo meine Mama abgeblieben ist, geschweige denn meine Geschwister, sollte ich eine gehabt haben. Und so kämpfte ich mich Tag für Tag als Straßenkatze durch, was, wenn man so jung ist, echt nicht einfach ist. Und eines Tages passierte etwas so schreckliches, dass ich es verdrängt habe! Das einzige, was ich euch sagen kann, dass mein Leben urplötzlich nur aus Schmerzen bestand und ich mich nicht mehr bewegen konnte. Das war so, so schlimm!

Aber ich hatte Glück im Unglück, denn mich fand ein Spaziergänger, der mich sofort zu einem Verein namens Animal Life Sibiu gebracht hat. Ich muss euch sagen, da sind ganz viele Menschen, die alle so nett und besorgt sind. Als würden sie den ganzen Tag nichts anderes machen, haben sie mich sofort untersucht. Dann habe ich einen Filmriss, aber als ich wieder realisiert habe, wo ich bin, hab ich sofort gemerkt, dass meine Schmerzen so gut wie weg waren. Die netten Menschen erzählten mir, dass ich einen komplizierten Bruch hatte, den sie aber so gut wie nur möglich gerichtet haben. Tja aber irgendwas ist ja immer, denn leider darf ich ab sofort meine Abenteuer nur in der Wohnung erleben, da meine Bewegungsfreiheit ein wenig eingeschränkt sein wird. Das, haben sie mir erzählt, ist für meine neuen Menschen, ganz wichtig zu wissen, damit mir nicht noch einmal etwas so Schlimmes passiert!

Und jetzt sitze ich erwartungsvoll hier und warte darauf, dass irgendwo jemand mein Mensch werden möchte. Der mich lieb hat, auch wenn der Hüftschwung recht einseitig ausfällt. Diesem Menschen verspreche ist, dass ich ihm ein treuter Begleiter sein werde, immer, Zeit meines Lebens!

Euer Henry

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