Oktober 2013 - Bulgarien

Montag, 23. Mai 2016 - 09:52 Uhr

Zu allererst möchte ich Euch sagen, Aysel und die Bulgarischen Hunde brauchen dringend unsere Hilfe, das was ich in den Tagen dort gesehen habe ist Wahnsinn. Ich hatte das Glück, andere ganz tolle Tierschützer kennen zu lernen, Nadka Stoykova und Ihre Tochter Donika Todorova,Tsetsa Anganaki,Mike Kirilov und Maja und Gal Ka danke dass es Euch gibt Ihr seid großartig. Ich wurde von allen ganz herzlich aufgenommen, es sind wundervolle herzliche Menschen.

Als ich am Freitag in Sofia angekommen bin sah ich schon von weitem Aysel, die mich bereits mit ihrem süßen Hunde Jacky erwartete. Auf der Fahrt zu Aysel nach Hause, haben wir schon viele Straßen-Hunde gesehen, sie sind wirklich an jeder Ecke, die tollsten Hunde, es ist unglaublich. Bei Aysel zuhause habe ich dann den kleinen schwer verletzten Cleo gesehen und Jenny, es war so traurig.

RIP Cleo, leider hat er uns und dieses schreckliche Leben verlassen,
er wurde durch einen Biss infiziert und konnte nicht gerettet werden.

Danach fuhren wir erst einmal in ein großes Futterlager um einzukaufen auch hier, unterwegs, wieder an jeder Ecke Straßen-Hunde. Danach fuhren wir zum Krankenhaus wo ich dann unsere geretteten Welpen und Ihre Mama zum 1. Mal gesehen habe, ich konnte gar nicht genug bekommen von den Kleinen. Natürlich wurden alle gut gefüttert.

Anschließend ging es mit Cleo in die Klinik, es war so traurig das kleine Würmchen so zu sehen. Die Behandlung in der Klinik ließ leider zu wünschen übrig und wir haben uns entschlossen Ihn in eine bessere Klinik zu bringen. Danach sind wir mit Jacky in den Park gegangen auch da unterwegs wieder jede Menge Hunde, viele trugen ein Halsband, daraufhin hat mir Aysel erklärt, das sind Hunde, die an Wohnblocks leben und da versorgt werden, zum Teil haben sie Hütten oder Matratzen Lager unter Balkons wo sie wenigstens einigermaßen geschützt sind, diese Hunde hatten auch fast alle Kastrations-Marken im Ohr und waren für die Verhältnisse gut genährt, trotz allem ist es sehr traurig, so tolle Hunde zu sehen die kein Zuhause haben.

Im Park haben wir dann auch die weiße Hündin getroffen von der Aysel mir bereits erzählt hatte, sie ist so lieb und wollte gleich mit, ich vermute sie hatte schon ein Zuhause und wurde einfach raus geworfen. Dann ging es nach Hause, etwas essen, denn dafür blieb bis dahin keine Zeit, anschließend haben wir uns noch sehr lange unterhalten bevor wir endlich todmüde schlafen gegangen sind.

Am nächsten Morgen am Krankenhaus war der Schrecken groß, Mama und die Welpen waren verschwunden, wir haben alles abgesucht, sie waren wie vom Erdboden verschluckt. Mittags tauchte dann die Mama auf und 3 Welpen die anderen 4 waren verschwunden, wir wurden fast verrückt vor Sorge und hatten große Angst das was passiert ist.

Wir fuhren dann in die Pension um Paula und Co. zu besuchen, auch da unterwegs wieder viele, viele Straßenhunde, wir fütterten wo es ging. Die Freude war dann groß, die kleinen Baustellen- Welpen in echt zu sehen und mit Ihnen zu spielen, sie sind so klasse und reisen nächste Woche nach Deutschland.

Danach ging es in die nächste Pension zu Chiara und Shila um sie abzuholen, wegen der Tollwut Impfung. Leider mussten wir erfahren das Shila gebissen wurde, sie hatte eine tiefe Bisswunde an der Pfote die genäht werden musste und konnte dadurch noch nicht geimpft werden. Leider verzögert sich dadurch die Ausreise der beiden um 2 Wochen, es geht aber beiden gut. In derselben Pension sind auch noch 2 andere ca. 10 Monate alte Hündinnen die von Aysel untergebracht wurden, auch sie sind so tolle Hunde und suchen dringend ein Zuhause. Danach ging es zu Simona und Bebo ebenfalls 2 tolle Hunde die sich in Pension befinden. Simona ist der Knaller auch Bebo ist einfach toll. Anschließend haben wir dann Chica besucht, sie ist der Oberknaller, ich habe leider bereits 3 Hunde sonst wäre Chica meine geworden. Ich habe selten einen solch tollen Hund gesehen.

Anschließend ging es in den Wald wo Aysel auch Hunde betreut. Aysels Hunde sind alle wohl genährt, leider sind diese Hunde recht scheu, Kastrationen werden jetzt veranlasst. Es ist echt traurig zu sehen welche tollen Hunde auf der Straße leben müssen wir können uns so was gar nicht vorstellen. Danach ging es wieder in die Klink und der Verdacht auf Parvo wurde geäußert, der sich dann leider noch am selben Abend bestätigt hatte. Ein langer anstrengender Tag voller Emotionen ging dann wieder spät zu Ende.

Am nächsten Morgen hieß es recht früh raus aus den Federn, wir hatten um halb 9 einen Termin mit einem Tierarzt am Krankenhaus, der mit einem Betäubungsgewehr kam um die Mama der Welpen zu schießen damit sie kastriert werden kann. Wir kamen dort an, von den Welpen war wieder nichts zu sehen. Der Tierarzt kam dann und hat die Mama betäubt, sie ab wie eine Rakete und wir alle hinterher, sie lief über eine viel befahrene Straße, zum Glück konnten wir sie unbeschadet finden und zur Kastration in die Tierklinik bringen wo sie später entlaufen ist, das müsst Ihr Euch mal vorstellen wo gibt es denn das, dass ein Hund in einer Tierklinik entlaufen kann.

Die Welpen waren wie vom Erdboden verschluckt und wir haben angefangen ein riesen Gelände abzusuchen anfangs ohne Erfolg erst am Nachmittag kam dann die Entwarnung alle 7 wurden wohlbehalten gefunden. Aysel und ich waren schon wieder unterwegs. Wir haben den kleinen Cleo in eine andere Klinik gebracht die besser auf Parvo spezialisiert ist. Anschließend ging es dann zur Pension um die Krankenhaus-Welpen in Sicherheit zu bringen, nun fuhren wir in die Klinik wo die Mama entlaufen war, um die Mama zu suchen leider wurde es zwischenzeitlich dunkel und wir konnten nichts mehr machen und ein erneut anstrengender Wahnsinnstag ging langsam zu Ende.

Montag früh waren wir dann mit Jenny in der Klinik auch da wurde dann der Verdacht auf Parvo geäußert und wir fuhren direkt mit Ihr in die Spezial-Klinik, zum Glück war es aber nicht Parvo. Dann haben wir uns mit einer Frau getroffen die Aysel um Hilfe gebeten hatte. Da waren auf einer Wiese einige Straßenhunde in einer ganz trostlosen Umgebung auf einer großen Wiese voller Müll und Dreck. Sie wurden von uns gefüttert und der Frau wurde Futter gegeben um sie zu versorgen. Da haben wir wieder 7 Welpen gefunden in Erdlöchern, ohne Sonne aber leider noch zu klein um sie von der Mama zu trennen. Danach haben wir uns mit 2 Studentinnen getroffen die ebenfalls vor ein paar Tagen gepostet hatten, dass sie Hunde entdeckt haben, die sich von Müll ernähren, wir haben uns die Situation angeschaut, die Hunde versorgt, den Mädels Futter gegeben und Aysel kümmert sich jetzt weiter um die Hunde.

Dann fuhren wir Richtung Flugplatz, auch da wurden Hunde gefunden, 4 recht ängstliche Welpen um die sich Aysel jetzt ebenfalls kümmert. Sie wurden mit reichlich Futter versorgt und wir versuchen sie jetzt in Sicherheit zu bringen. Unterwegs entdeckten wir noch eine Pit-Bull Mix Hündin mit 3 Welpen auch die wurden gefüttert und Bilder gemacht um helfen zu können. Unterwegs auch wieder viele Hunde die ebenfalls gefüttert wurden. Abends haben wir uns dann noch mit einem jungen Paar aus Sofia getroffen die ebenfalls helfen.

Am Dienstag haben wir dann einen Hund und sein Herrchen abgeholt die sich bereit erklärten für unsere 2 Kranken Blut zu spenden, weil es die letzte Chance war. Als das alles gemacht war haben wir den Hund mit seinem Besitzer wieder nach Hause gebracht, dann sind wir wieder Futter kaufen gegangen. Anschließend ging es wieder ins Gebirge da hatte Aysel von einem Welpen erfahren der ausgesetzt wurde, ganz alleine, er lebt auf der Terrasse eines alten Gasthauses. Natürlich haben wir Ihn gefüttert und versorgt, er soll dieses WE in Sicherheit gebracht werden. Dann sind wir zu den Filmstudios gefahren, auch da lebt einen Mama mit 6 Welpen, die hatten wir die Tage bereits gefüttert. Jetzt konnte Aysel erreichen, dass sie da versorgt und betreut werden und die Mama kastriert wird. Für diesee Welpen versuchen wir ein Zuhause zu finden.

Anschließend trafen wir uns mit Frank Seidel der zufälligerweise gerade in Sofia war er ist sehr bekannt für Kastrationsprojekte und er hat uns auch Hilfe angeboten und gute Tipps gegeben. Dann ging es nochmal in den Wald um alle Hunde von Aysel zu versorgen und ein erneut anstrengender Tag ging zu Ende. Auf mich wartete dann noch eine süße Überraschung meiner neuen liebgewonnen Freunde.

Ich bekam noch ein Abschiedsgeschenk überreicht und mir fiel der Abschied sehr schwer. Alles in allem war die Reise sehr lehrreich und emotionsgeladen. Ich kenne jetzt den Alltag dieser tollen Menschen und bewundere sie mehr als je zuvor. Ich würde jedem raten, einmal ein paar Tage den Alltag der Tierschützer vor Ort zu begleiten, dann wisst Ihr erst wirklich was diese Menschen leisten. Ich habe großen Respekt vor allen.

Sofia ist nichts Besonderes, eine Großstadt eben, ich kam mir 50 Jahre zurück versetzt vor. Zigeuner fahren mit Pferdekarren auf der Hauptstraße, der ganze Verkehr ist Chaos, geparkt wird wo gerade Platz ist, das können wir uns gar nicht vorstellen. Ich habe manchmal fast Zustände bekommen aber dort ist das ganz normal auch das nachts um 24.00 die Müllabfuhr fährt und die Mülltonnen leert und das auch Sonntags, einfach Wahnsinn.


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