Dezember 2013 - Rumänien/Bulgarien

Montag, 23. Mai 2016 - 15:08 Uhr

So – die Aktion „Spendenübergabe in Sofia“ ist erfolgreich beendet worden.
Tino Ostborn und Ich (Nico Brauer) kamen in der Nacht auf Montag wieder zu Hause an.

Mit ein paar Problemen aber vielen neuen Erfahrungen im Gepäck war es doch eine tolle Tour.
Auch wenn man sich zweimal überlegen sollte ob man sich sowas wirklich live ansehen will.

Es gibt so 2-3 mögliche Routen nach Bulgarien und Sofia … über Rumänien was unpraktisch ist wegen kaum Autobahn und nicht vorhandenen Straßen und über Serbien was jedoch Probleme bringen kann da Serbien nicht EU ist.

Wir haben uns für Serbien entschieden.

Wir sind Freitag um 15:30 Uhr los und leider auch direkt in einen Stau gefahren der sich fast bis Österreich zog.
Dann ging es im Nebel jedoch super vorwärts.
19:30 Uhr waren wir schon an Wien vorbei und doch sehr euphorisch weil keinerlei Stau oder Probleme.
20:30 Uhr hatten wir schon die Grenze zu Ungarn erreicht … schnell noch Vignette für 8 Euro gekauft und zwei Energy Drinks und weiter ging es.
22:00 Uhr waren wir durch Budapest … leider haben wir es nur bei Nacht gesehen aber auch da ist es schön anzusehen.
Alles lief super bis wir nach Serbien kamen ;-(
In gebrochenem Englisch vermittelte mir der Zollbeamte, dass unsere 20 Säcke Futter leider zuviel sind und wir somit als „Transport“ gelten und dies Verzollen müssen.
Mit Auflistung was wir alles haben und wieviel und und und.
Da war denen total egal ob das Hilfe für Tiere war.
Verzollt haben wir natürlich nix da es über 200,- Euro gekostet hätte.
Also umdrehen und über Rumänien (was ja EU ist).
Um 1:10 Uhr haben wir unsere Papiere zurück bekommen und konnten zurück nach Ungarn um dann nach Rumänien abzubiegen.
Verloren Zeit 1 Std. 10 Min. ;-(
Nach Rumänien rein zu kommen ging total problemlos … durchzukommen ohne Achsschaden, Stoßdämpferproblemen und Schleudertrauma schon ein anderes Thema.
Rumänien bei Nacht wenn man nichts sieht ist schon interessant … Alle Orte sehen irgendwie gleich verfallen aus.
Man hat das Gefühl man fährt im Kreis und das mindestens 50 Jahre zurück versetzt.
Da Rumänien irgendwie nur ca. drei Autobahnen besitzt und die, die sich auf unserer Route befindet nur gerade mal ca. 60 km lang ist, brauchten wir EWIG durch Rumänien.
Da ging unsere Motivation schon das erste mal richtig in den Keller weil man das Gefühl hatte man kommt NIE an.
Nach Zeitumstellung wurde es rumänischer Zeit um ca. halb sechs hell und dann hat man auch mehr von Rumänien gesehen.
Eigentlich wollte man dann sofort wieder das Licht ausknipsen und im Dunkeln weiter fahren.
Straßen die das Prädikat seit 40 Jahren nicht mehr verdienen.
Häuser die irgendwie alle schief stehen und meistens fehlte die Hälfte vom Haus sowieso.
Verschläge aus allen möglichen Materialien zusammen gebastelt und in jedem Ort Rauch ohne Ende.
Jeder verfeuert dort anscheinend alles was irgendwie rumliegt.
Da sieht man durchaus auch schon mal morgens um sechs Uhr ein Schwein an einem Baum hängen und Rumänen davor die es ausnehmen.
Wenn kein Baum in der Nähe ist, wird es vorzugsweise dann auch direkt auf der Wiese „bearbeitet“ und mit einem der überall rumfahrenden Esel-/ Pferdekarren weiter transportiert. Es ist das beste Fahrzeug weil es kein Benzin braucht … Tankstellen gibt es gefühlt nur alle 60 km.
Um 8:50 Uhr hatten wir noch 170 km nach Sofia was sich nicht viel anhört aber wenn man nur Landstraßen fahren kann zieht sich das Ewig und die Bilder die an einem vorbei ziehen machen die Fahrt nicht schöner.
Nach Bulgarien rein zu kommen war kein Problem.
Direkt bei der Grenzabfertigung liefen schon Hunde und wenn man den Zollbeamten dann noch eine Dose Futter für diese Hunde in die Hand drückt winken sie einen einfach lächelnd durch.
Die Orte nach der Grenze werden nicht schöner.
In manchen Orten sitzt vor jedem Haus eine alte Frau oder ein alter Mann und bietet Honig an.
Sie haben sich meist einen Unterstand vor ihrem Haus gebaut in dem sie den ganzen Tag sitzen und auf Käufer warten.
Wir wollten was kaufen aber leider konnte der Mann mit unseren Euro nix anfangen und wir mussten leider weiterziehen.
Doch bevor wir dies taten fütterten wir noch die Hunde die sich um den Mann in den Büschen versteckt hatten.
Vor einigen Einkaufsläden in Dörfern standen sogar Security damit der Laden nicht gestürmt wird -wahrscheinlich.
Um ca 12:15 Uhr war Sofia sichtbar. Eine Stadt die irgendwie unter einer Dunstglocke lag.
Man glaubt, dass die Abgase der Häuser nicht abziehen sondern direkt auf der Stadt liegen bleiben.
Um 13 Uhr Samstag waren wir endlich angekommen.
4 Stunden später als geplant.

Nachdem wir ins Zentrum der Stadt gefunden hatten, fuhren wir auch gleich direkt zu Aysel der Tierschützerin vor Ort und begannen mit dem Ausladen der über 20 Futtersäcke, unzähligen Leckerlis, Spielsachen, Decken usw.
Nach einer Verschnaufpause ging es dann auch direkt zurück auf die Straße.
Wir wollten sehen wo man denn so die Straßenhunde findet und wie sie leben.
Also folgten wir Aysel in ein Stadtgebiet etwas über der Stadt selbst gelegen, wo die etwas wohlhabenderen wohnten.
Die Grundstücke sahen schon moderner aus und nicht so zerfallen wie in anderen Stadtteilen und Randgebieten.
Trotzdem fanden wir hier schon nach wenigen Minuten die ersten Hunde am Straßenrand liegen.
Aysel selbst kannte da jeden Hund … es sind die Straßenhunde die sie versorgt und ihnen hilft wenn sie Hilfe brauchen.

Die Hunde freuten sich sehr über das Futter welches wir mitbrachten und die anfängliche Scheu uns gegenüber verschwand schnell.
Leider entdeckten wir am Straßenrand einen Hund der nicht zum fressen kam sondern liegen blieb, trotz Kälte.
Wie wir schnell heraus fanden war dieser wunderschöne Hund leider angefahren wurden … er zitterte am ganzen Leib und konnte sich nicht bewegen.
Nach einer kurzen Beratung mit Aysel wie wir vorgehen sollten, haben wir den Hund dann in unseren Transporter gelegt und direkt zum Tierarzt gefahren wo sich nach dem ersten abtasten und späteren Röntgen herausstellte das es sich wohl um eine Verletzung der Bandscheibe handelt.
Hätten wir diesen Hund nicht gefunden und direkt zum Arzt gebracht hätte er die Nacht wahrscheinlich nicht überlebt.
Leider dauerte diese Hilfsaktion recht lange und es wurde schon Abend und somit dunkel.
Es war nun nicht mehr möglich weitere Straßenhunde zu besuchen.

Am darauffolgenden Sonntag sind wir schon sehr früh aufgestanden denn Ziel heute war neun Hunde bei den jeweiligen Hundepensionen abzuholen und sicher für den Transport nach Deutschland vorzubereiten.
Wir hatten uns dazu entschlossen sieben Welpen und zwei schon erwachsenere Hunde mitzunehmen.
Das Einsammeln dauerte einige Zeit, da die Hundepensionen, die die Straßenhunde aufnahmen, quer in und um Sofia verteilt waren.
So konnten wir diese Fahrten auch gleich nutzen um anderen Straßenhunden, die wir auf unserem Weg entdeckten, einen großen Snack aus dem Futtersack zu gönnen.
Gegen neun Uhr waren dann alle Hunde sicher verstaut und uns erwartet wieder eine lange Fahrt zurück nach Deutschland.
Diesmal wollte wir den Weg durch Rumänien zurück meiden. Da wir für alle Hunde aktuelle Pässe hatten, entschieden wir uns für den direkten Weg zurück nach Deutschland über Serbien.

Über die Grenzen kamen wir mit den Hunden problemlos.
Man musste den Grenzbeamten eigentlich nur klar machen was sonst das Schicksal in Bulgarien gewesen wäre und schon wird man durch gewunken.
Leider dauerte die Rückfahrt auch ca 19 Stunden da uns leider zwei mal ein Reifenplatten ausbremste.
Ein großer Dank gilt der Ungarischen Polizei … so nette Polizisten haben wir noch nie erlebt … ohne Ihre Hilfe hätten wir womöglich noch Stunden fest gesessen.

In der Nacht zum Montag gegen halb zwei kamen wir dann endlich erschöpft zurück in Holzkirchen an.


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